Freitag, 11. Jänner 2019
Was ich will, das ich nicht wollen sollte
Irgendwie kämpfe ich die ganze Zeit damit, einerseits herauszufinden, was ich wirklich will, und es andererseits nicht wissen zu dürfen. Oder mir nicht zu erlauben, es zu wissen. Ich sehe mir zu, wie ich online Dinge recherchiere, die in mir ein bleiernes Gefühl erzeugen. "Wieso interessiert mich das nicht?", frage ich mich. "Das muss, sollte mich interessieren!"

Ich sage dir, was mir wirklich interessiert, und das umfasst jetzt alle meine Lebensbereiche, nicht nur das Berufliche:
- Ich will eine neue Beziehung zu mir selbst aufbauen und mich selbst wirklich lieben.
- Ich will einen Mann, und zwar den richtigen.
- Ich will in einem Haus in der Natur leben und viel Zeit draußen verbringen.
- Ich will bei Umwelt-Freiwilligenprojekten in der Natur Großbritanniens mitmachen. Ich lebe in Österreich und liebe die Natur, aber es zieht mich nicht hin zu Freiwilligenarbeit in meiner Heimat, sondern nach Großbritannien. Verstehe das, wer mag. Aber dieses Land hat mich schon immer angezogen. Ich kann jetzt auch nicht ändern, dass ich hier in Österreich nichts machen mag. Ich muss meinem Gefühl folgen, mir zumindest erlauben, was ich will.
- Ich will kreativ schreben, mit anderen Gleichgesinnten zusammen und etwas Fertiges und Gutes zustandebringen.
- Und ich will mit Menschen zusammen sein, die mich wirklich verstehen.

So, war da jetzt irgendetwas dabei, mit dem man Geld verdienen kann? Nein, natürlich nicht. SIehst du, das ist mein ewiger Kampf. Deswegen versuche ich mir dauernd einzureden, dass mich Dinge interessieren, die mir in echt den Magen umdrehen - es sind Dinge, von denen ich mir vorstelle, dass man "realistischerweise" damit Geld verdienen könnte.

Ich habe manchmal diesen vulgären Gedanken, dass es wohl wirklich wahr ist, dass Frauen am liebsten daheim bleiben und das Leben genießen wollen. Das habe ich neulich in einem Buch konservativer Autoren gelesen. Diese meinen natürlich mit "daheimbleiben" auch Kinder kriegen, aber das ist nichts für mich. Ich hatte nie den Wunsch danach.

Das ist das Dilemma: Ich will nicht einfach zuhause rumsitzen, sondern etwas Handfestes, Sinnvolles tun, doch am Arbeitsmarkt ist mir noch nie etwas untergekommen, das mehr als ein fader Abklatsch von so etwas war. Alle Jobs, die ich in Jobbörsen sehe, finde ich abscheulich bis langweilig. Für mich waren alle meine Jobs, sofern sie auszuhalten waren, eher kleine Biotope, in denen ich zwischenmenschliche Beziehungen genossen, erlebt oder erlitten habe. Mich interessieren die Interaktionen zwischen mir und den anderen, die Energie zwischen uns. Wie ändern die anderen ihr Verhalten, wenn ich mich oder meein Verhältnis zu mir selbst ändere? Wie ist der bisher so distanzierte Mitarbeiter, wenn ich ihn näher kennenlerne und ihm mit echten Interesse begegne? Steckt in ihm nicht ein interessanter Mann, ein Eroberer, ein Gegenspieler? Zugegeben, die Männer haben mich immer am meisten interessiert. (An dieser Stelle denke ich gerne, dass ich eien Dachschaden habe, aber warum denn eigentlich nicht?)

Unter solchen Gesichtspunkten habe ich natürlich keine Ahnung, was ich als nächstes beruflich machen soll, denn ich gebe mich keinesfalls mit jedem x-beliebigen Job zufrieden, nur weil ich da Menschen erleben kann.

Muss ich das, was ich arbeiten will, erst erfinden? Ach nein, mir ist das alles zu anstrengend. Deswegen stimmt es vielleicht doch: Ich bin das Klischee einer Frau, die sich von ihrem Ehemann versorgen lassen will.

Ich weiß, dass das nicht wahr ist. Aber es macht mir Spaß, diesen Gednaken zu denken. Er ist fast vulgär. Ich will etwas tun, das für andere wirklich einen Unterschied macht. Meine Vorbilder sind Autorinnen, Frauen, die etwas tun, was ihnen als ganzem Menschen, aus voller Seele sehr viel bedeutet und anderen in ihrem Leben, in ihrem Suchen nach dem Sinn des Lebens, nach der Liebe und Freude und der Verwirklichung ihrer Träume eine einzigartige Inspiration und Stütze sind. Frauen, die eine spirituelle Verbindung haben und so ihre Natur (die Natur der Frauen?) frank und frei ausleben. Selbstständige Frauen mit ihren eigenen Unternehmen oder ihren eigenen Büchern. Am Ende wird es so etwas für mich sein müssen. Das, oder die Rolle einer Ehefrau eines Mannes, der findet, dass eine Frau nicht arbeiten gehen muss.

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Sonntag, 9. Dezember 2018
Meine persönliche Anleitung zum Unglücklichsein
Ich: Ich brauche jemanden zum Reden, denn egal, ob ich alles bekomme, was ich wirklich will: Es sind doch andere Menschen, die das Leben lebenswert machen.

[Meine innere Stimme betritt die Bühne]

Innere Stimme: Ich brauche jemanden zum Reden, aber ich habe Angst, ihn so sehr zu brauchen, dass ich ohne ihn nicht mehr glücklich sein kann.

Ich: Wäre es nicht wunderbar, zumindest mit diesem Jemand glücklich zu sein, wenn ich es schon allein nicht kann?

Innere Stimme: Sollte ich nicht allein zurechtkommen?

Ich: Eine blöde, kulturell geprägte Vorstellung. [sarkastisch] Alle Menschen müssen alleine zurechtkommen. Niemand sollte mehr eine Beziehung eingehen. Wer eine Beziehung eingeht, zeigt damit, dass er einen schwachen Charakter hat, der Stütze braucht, und ist damit minderwertig. Wer wirklich ein Mensch, ein voll entwickelter und zum Individuum gewordener Mensch ist, der bracht niemand anderen. Man braucht auch keine Familien mehr zu gründen. Kinder brauchen andere Menschen, und das ist primitiv. Außerdem ist das alles nur eine Belastung.

Innere Stimme: Darüber hinaus sollte man andere Menschen nicht um Auskunft bitten, sondern alles selber herausfinden. Es ist so schwach, wenn einem erst Ideen kommen, wenn man mit anderen Menschen ein Problem bespricht. Wieso kommt man nicht von selber drauf, wenn man allein ist? Und wieso braucht man andere Menschen, um zu Inspiration zu kommen? Ein Streichholz braucht einen Gegenpart, an dem man es anzündet, doch ein Mensch muss ein self-starter…

Ich: Karrieremenschen-Neusprech!

Innere Stimme: ...ein self-starter sein. Andere Menschen sind nur Ressourcen, die er ausbeutet, aber er braucht sie doch nicht an sich, als Menschen, wegen der Beziehungen! Das wäre rückständig, geradezu unanständig! Wenn du so Dinge sagst wie, „Ich brauche jemanden zum Reden“, dann menschelt mir das zu sehr. All diese menschlichen Schwächen ekeln mich an, und wie die Menschen einander tragen und unterstützen, um ihre Fehler auszugleichen und einander über Probleme hinwegzuhelfen zeigt doch nur, wie fehlerhaft sie sind, und das dabei noch nicht einmal schlimm, sondern nobel finden! Jeder sollte in der Lage sein, aufrecht zu gehen, und wer es nicht kann, der fällt eben. So ist das Gesetz der Natur.

Ich: Das Gesetz der Wildnis.

Innere Stimme: Menschlichkeit ist Schwäche. Wer Fehler macht, wird vom Leben vernichtet. Die Dummen vernichten sich selbst, sterben an ihrer eigenen Dummheit, und man sieht einfach zu, wie die Natur ihren Lauf nimmt, wie passiert, was passieren muss.

Ich: Wenn ich auf dich höre, ist das, als läge ich auf der Guillotine und ein Beil würde auf mich herabsausen. Mehrmals täglich lasse ich mich von dir hinrichten.

Innere Stimme: Ab mit deinem Kopf!

Ich: Du hast nichts zu geben, weder Wahrheit noch Trost. Die Wahrheit ist: Ich brauche jemanden zum Reden. Jemandem, mit dem ich frei reden kann, denn das fühlt sich gut und richtig an, wie das, wozu ich als Mensch bestimmt bin. Ich bin ein Mensch und damit ein Tier mit besonderen Fähigkeiten und Schwächen. Ich darf andere brauchen, meine Herde, mein Rudel, doch ich will nicht nur irgendwen. Ich brauche die Natur. Ich muss reden, schreiben, etwas schaffen, ich, wie alle Menschen, mache und brauche Kultur. Ich brauche die Stille, und dass es abends dunkel wird und ich die Sterne sehe, anstatt von hellen Lichtern und einem Bildschirm wachgehalten zu werden. Ich brauche Gnade und Mitgefühl statt Verurteilung, doch am allermeisten brauche ich gute Beziehungen mit anderen, und mit mir selbst. Ich will mir nicht mehr Henker und Gehenkter sein. Ganz innen, im verborgensten Winkel, erklingt ein Flüstern, an das ich mich halten werde, und das ich hören muss, also schweig.

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Sonntag, 2. Dezember 2018
Notizen in einem Moment, in dem es aufwärts zu gehen scheint
In meiner idealen Welt tue ich etwas, um die Natur zu retten. Es gibt viel mehr Natur als jetzt und ich bin dabei, sie wilder zu machne.

Ich habe geträumt, dass ich das Leben lieben soll, dass es wert ist, geliebt zu werden.

Während ich dies hier schreibe, habe ich das Gefühl, das innere Wissen, dass ich nicht ewig einsam sein werde.

Der Traum war der einer Person, die sterben muss und die sich verabschiedet, von allem, was sie liebt. Von dem blauen Himmel und von den Menchen und vom König (ich weiß nicht warum).

Nächster Gedanke: Ich sollte meiner Mutter wenigstens schreiben. Warum kann sie sich nicht melden? Naja, sie wird wohl das Gefühl haben, dass sie auch von mir nie angerufen wird. Ich bin dankbar, dass eine Großeltern nach Östererich gekommen und dann nicht weiter nach Amerika ausgewandert sind. Meine Eltern hätten sich nie getroffen, und ich wäre nie geboren worden. Ich wäre eine andere. Nein, ich würde nicht existieren. Wer weiß, wie das wäre? Würde ich im Raum des Möglichen schweben?

Denk doch mal darüber nach, was alles für dich möglich ist! Ich könnte irgendeinen Typen treffen und mit ihm ein Kind haben. Was ich mir noch vorstellen kann, ist ein ungewolltes Kind aus einer Beziehung, die sofort in die Brüche geht, oder nch wahrscheinlicher, aus einer Affäre, die mich dann sofot stehen lässt. Das ist halt meine Vorstellungskraft – noch eingeschränkt und auf Pessimismus geeicht. Ich könnte rein theoretisch auch einen Mann finden und mit ihm Kinder haben und glücklich sein, aber das könnte ich mir nicht vorstellen.

Ich könnte auch endlich eine Bewerbung abschicken für einen Job, der gut bezahlt ist, und ihn tatsächlich bekommen. Ich könnte ins Ausland ziehen und dort einen Job finden. Ich könne eine Affäre mit einem meiner Arbeitskollegen haben. Oder diese Wohung kündigen und mich um eine andere bewerben. Was ist noch alles möglich? Ich könnte jeden Tag einen Spaziergang machen und mir dabei Kreatives einfallen lassen. Und dann könnten meine kreativen Texte immer besser werden. Jeden Tag könnte ich mir was vorstellen, was ich gerne hätte. Es wäre wunderbar, wenn…

...ja, wenn ich in einem wärmeren Klima leben würde, nur ein bisschen wärmer, nicht heiß. Und wenn ich dort etwas zutiefst Sinnvolles tun würde, so wie die Natur wiederaufzubauen, wo sie zerstört wurde, und die ursprüngliche Natur zu schützen. Ich würde Land kaufen und es schützen. Weil ich entspannt bin und in Beziehung zu meinen wahren Wünschen, habe ich auch Freunde, mit denen ich mich entspannt verhalten und denen ich alles anvertrauen kann. Allerdings würde ich nicht dauernd an diesem Ort leben, sondern viel reisen. Die wichtigste Veränderung zu jetzt: Ich würde mich sicher in der Welt fühlen und das tun, was meine Intuition mir sagt.

Ich kann gute Menschen kennenlernen, die dann auch bei mir bleiben. Ich stehe zu meiner Kraft. Ich wohne in einen schönem Haus mit angenehmer Beleuchtung. Ich kann es mir schon vorstellen – Elemente von blau und eine warme Decke. Es ist ein Zuhause. Ist da jemand anderer? Ja, ich bin nicht alleine.

Das Gras draußen ist weich und saftig grün. Es ist umzäunt – warum?

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